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Afghane erhängt sich nach Abschiebung

Donnerstag, 12 Juli 2018 18:35 geschrieben von 
Afghane erhängt sich nach Abschiebung Bild: Map Data © 2015 Google

Berlin - Wenn ein Iraker ein jüdisches Mädchen vergewaltigt und tötet, wenn hierzu eine Gedenkminute abgehalten werden soll, dann sei dies nach unserer, man könnte sagen "linken Systempresse" eine Instrumentalisierung eines Verbrechens, um Hass gegen Migranten zu schüren.

Wenn ein afghanischer Krimineller sich nach seiner Abschiebung in seinem Land selbst tötet und fast die gesamte Presse und die Bundesregierung dieses Schicksal zum Anlass nimmt, um Abschiebungen grundsätzlich in Frage zu stellen, dann ist dies keine Instrumentalisierung? Diese Frage drängt sich geradezu auf.

Es ist immer schlimm, wenn ein Mensch den Freitod als Ausweg wählt. Annähernd 9000 Menschen wählen aus Verzweiflung jedes Jahr in unserem Land diesen Weg; viele alte Menschen übrigens, weil sie oft in Armut beschämt und perspektivlos leben und teilweise allein dahinsiechen. Es interessiert kaum einen.

Beim schrecklichen Freitod des Afghanen steht aber womöglich an, dass Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth eine Schweigeminute im Parlament für diesen Menschen anstimmt. 
Wie tief muss man als Politiker sinken, wenn man nur noch verfälscht und instrumentalisiert, aber zu Differenzierung nicht mehr in der Lage ist? Gerade diese Differenzierung ist es die fehlt, denn nur wer sensibel genug ist, um eine Sachlage zu analysieren, kann auch Wege ebnen, um Lösungen zu schaffen.

Wer Menschen in dieses Land lockt und sie glaubend macht, hier Perspektiven zu haben, ohne deutlich zu signalisieren, wer sich hier nicht auf den Weg machen braucht, wer Menschen animiert lebensgefährliche Überfahrten anzutreten, wer Hoffnungen schürt, um daraus politisches Kapital zu schlagen, der macht sich genauso gemein mit dem Frust, Hass und der Verzweiflung derer, die erkennen, dass all ihre Bemühungen und Anstrengungen und Hoffnungen zerplatzt sind.

Der junge Mann war möglicherweise verzweifelt, man kann vielleicht ihm dankbar sein, dass er nicht seine Enttäuschung mit Terror und Gewalt gegenüber anderen Ausdruck verliehen hat. So polemisch dies klingen mag, aber in Nürnberg hat sich ein Migrant bei seiner Festnahme lautstark gewehrt und gedroht "wenn Ihr mich abschiebt, dann töte ich viele Deutsche".

Wer einem Menschen Hoffnung gibt, mag sich gut fühlen. Wer dies tut, obwohl er weiß, dass diese Hoffnung nicht aufgeht, der mag sich jetzt bitte auch schlecht fühlen.

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Angela Prokoph-Schmitt

Angela Prokoph-Schmitt (Jahrgang 1968) ist eine leidenschaftliche Demokratin und im südhessischen Darmstadt aufgewachsen.

Sie ist Mitglied der CSU (Bayern) und der CDU (Hessen). Seit Juni 2017 führt sie auch die Redaktion von SAAR DEPESCHE.

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