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Hessin versus Eurokraten

Christine Anderson auf Listenplatz 8 der AfD-Europaliste gewählt

Dienstag, 20 November 2018 16:14 geschrieben von 
Die Hessin Christine Anderson strebt für die AfD auf dem aussichtsreichen Listenplatz 8 ins Europaparlament Die Hessin Christine Anderson strebt für die AfD auf dem aussichtsreichen Listenplatz 8 ins Europaparlament Quelle: AfD Hessen

Limburg - Auf einem viertägigen Mammutparteitag hat die AfD in Magdeburg ihre Europawahlliste gewählt – zumindest einen Teil davon. Ursprünglich angedacht war die Wahl von 40 Plätzen, doch durch die Vielzahl der Kandidaten machte Parteivorsitzender Jörg Meuthen bereits nach Listenplatz 14 Schluss. Die restlichen Plätze sollen auf einem weiteren Europaparteitag in Riesa (Sachsen) im Januar belegt werden.

Faustregel bei deutschen Europawahlen: Pro Prozentpunkt ein Mandat

Je nach Wahlergebnis könnten die 14 Listenplätze jedoch bereits ausreichen: Bei der letzten Europawahl galt die Faustregel, dass pro Prozentpunkt etwa ein Sitz im Europaparlament herausspringt. 2014 erreicht die AfD 7,1 Prozent und erzielte so ihren ersten Erfolg bei einer bundesweiten Wahl. Von den sieben Sitzen, die die Rechtspopulisten gewinnen konnten, wird aktuell nur noch einer von einem AfD-Mitglied belegt. Die anderen sechs Parlamentarier, darunter Bernd Lucke und Hans-Olaf Henkel, spalteten sich 2015 ab und versanken in der Bedeutungslosigkeit.

Christine Anderson schafft es auf den aussichtsreichen Platz 8

Diesmal stehen die Chancen gut, dass auch eine Hessin für die AfD ins Europaparlament einzieht. Als erste Frau konnte Christine Anderson auf Listenplatz 8 reüssieren. Die 49-Jährige aus dem Kreis Limburg-Weilburg steht für die Vereinbarkeit von gelebtem Familienleben und beruflichem Erfolg: Neben einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium in den USA, einer dortigen Geschäftsführer-Tätigkeit und einem anschließenden Studium der Rechtswissenschaften in Deutschland hat sie auch drei Töchter vorzuweisen, für deren Erziehung sie sich als spätere Hausfrau und Mutter Zeit genommen hat.

Klartext-Politikerin vom nationalkonservativen Flügel der Partei

Innerparteilich gilt Anderson trotz oder gerade wegen ihres kosmopolitischen Lebenslaufes als energische Kritikerin der Europäischen Union mit guten Kontakten auch zu den östlichen Landesverbänden, die in großen Teilen dem nationalkonservativen Flügel um Björn Höcke zuzurechnen sind. In ihrer Bewerbungsrede stellte sie sich klar gegen die „Vereinigten Staaten von Europa“, denen es schon an einem gemeinsamen Volk mangele und erklärte, sich nicht in den Annehmlichkeiten des Europaparlaments einnisten, sondern von dort aus die EU bekämpfen zu wollen.

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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit November 2016 gehört er der Redaktion von SAAR DEPESCHE an.

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