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Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende

Die EU und der Brexit-Schock - Ex-Fed-Chef Alan Greenspan sieht Griechenland am Ende

Samstag, 25 Juni 2016 18:14 geschrieben von 

London - Der Brexit-Schock sitzt tief. Jedes Ereignis verändert das Leben. Sigmar Gabriel spricht von einem „Schuss vor den Bug“. Zusammen fordern SPD-Chef Gabriel und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) in einem zehn Punkte Plan die „Neugründung Europas“. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will nicht drum herum reden und meint, ein „weiter so“ dürfe es nicht geben. Sie erinnert an die „Friedensidee Europas. Sie mahnt zur Ruhe und Besonnenheit. CSU Chef Horst Seehofer postuliert Referenden zum „Kern moderner Politik“ und beansprucht in entscheidenden Fragen mehr Bürgerbeteiligung. Vom europäischen Grünen-Chef Reinhard Bütikofer verlautet die Kunde, dass es sich bei diesem Ereignis um einen „tiefschwarzen Tag in Europas Geschichte handelt. Die Linken kritisieren mit Sarah Wagenknecht die neoliberale Austeritätspolitik und verlangen eine Neuaurichtung der EU. FDP Chef Christian Lindner sieht in der Entscheidung der Briten eine erhebliche Mitverantwortung der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker.

Meinungswirrwarr herrscht offensichtlich bei der AfD. Parteiintern mit dem Machtkampf zwischen Petry-Widersacher Jörg Meuthen und seiner Co-Vorsitzende Frauke Petry beschäftigt, schickt die AfD den Vize Alexander Gauland vor. Gauland äußert sich dahingehend: „Wir hätten die Briten gern in Europa, damit es etwas besser funktioniert.“, während Beatrix von Storch über das Ereignis vor „Freude  geweint“ hat und der Thüringer Björn Höcke das Ereignis für einen „Freudentag für Europa“ hält.

So ist nun die Bundeskanzlerin Angela Merkel am Zuge, die mit Besonnenheit in einen emotionslosen Krisenkampfmodus geschaltet hat, wie in bisherigen Krisen bekanntermaßen von einem Krisengipfel zum anderen eilt und eine Antwort auf das Ereignis sucht. Die Bürger zu beruhigen, scheint ihr wichtig zu sein. Über den Atlantik lässt hingegen der frühere Chef der US-Notenbank Fed, Alan Greenspan, vermelden, dass „Griechenland richtig Ärger hat und nicht viel länger im Euro bleiben wird, unabhängig davon, was gerade passiert“. Mit Blick auf die Weltkonjunktur sei das Votum der Briten nur die „Spitze des Eisbergs“. Denn die globale „Konjunktur stecke in ernsten Schwierigkeiten“. Die Eurozone, so seine Vorhersage, scheitert. Sollte Greenspan Recht behalten, so werden noch weitere Schocks folgen. Der eine oder andere könnte dabei auf die Idee kommen, die Brexit Befürworter hätten sich vom Motto leiten lassen „lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“

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Josef Mühlbauer

Dipl. Kfm. Josef Mühlbauer, München

Vita: Nach dem Abitur folgte ein Studium der Wirtschaftswissenschaft und der Rechtswissenschaft  an der Uni München. Mit dem Abschluss Diplom Kaufmann und in Jura dem ersten und zweiten Staatsexamen mit Referendars-Ausbildung hat er seine Universitätszeit abgeschlossen. Danach war Josef Mühlbauer als Vorstandsassistent und dann Leiter Recht und Finanzen in einer großen Aktiengesellschaft tätig.

Dem folgte eine Zeit als freiberuflicher Rechtsanwalt und freier Unternehmensberater in einer Beratungsfirma. Später war Josef Mühlbauer für größere Firmen zuständig.

Zuletzt engagierte er sich im gemeinnützigen Bereich im Rahmen politischer Bildung und gilt als ausgewiesener Spezialist insbesondere für Parteienforschung und Parteienfinanzierung.

Webseite: www.saar-depesche.de/show/author/50-josef-mühlbauer.html

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