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Landtagswahl 2017

Kandidatenfaktor: Saar AfD profitierte von Rolf Müller

Montag, 27 März 2017 22:35 geschrieben von 
Rolf Müller (AfD) Rolf Müller (AfD) Quelle: AfD Saarland

Saarbrücken - Bei der saarländischen AfD hatte man sich sicherlich noch etwas mehr als 6,2 Prozent erhofft. Landesvorsitzender Josef Dörr hatte sich im Vorfeld sogar ein zweistelliges Ergebnis gewünscht. Doch das Hauptziel haben die Rechtsdemokraten erreicht: Den Einzug in den elften Landtag und den fünften in Westdeutschland.

Laut Erhebungen von Infratest Dimap hat der Partei dazu ein für die AfD überaus ungewöhnlicher Umstand verholfen: Die Beliebtheit ihres Spitzenkandidaten Rolf Müller. Laut aktueller Umfrage sind 10 Prozent der Saarländer zufrieden mit der politischen Arbeit von Müller, der als enger Verbündeter des Landesvorsitzenden Dörr gilt. Und das, obwohl er ohne Mandat noch gar nicht richtig wirken konnte!

Offenbar konnte die Medienkampagne gegen ihn keine Imageschädigung erzielen: Panorama und Stern hatten dem Antiquitätenhändler vorgeworfen, „verbotene NS-Devotionalien“ verkauft zu haben. Dass der Handel mit historischen Gegenständen nach §§ 86a III, 86 III StGB von der Strafbarkeit der Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen ausdrücklich ausgenommen ist, wurde geflissentlich ignoriert. Im Februar wurde das Verfahren dann von der Staatsanwaltschaft eingestellt.

Streit im Bund verhinderte ein besseres Ergebnis

Mehr als die persönlichen Angriffe dürfte der Partei der interne Unfriede geschadet haben. Sowohl die Anwürfe gegen den AfD Landesverband Saar von Seiten einiger Bundespolitiker der AfD als auch das Ausschlussverfahren gegen Björn Höcke sorgten dafür, dass die AfD als einzige Partei nicht wirklich geschlossen in den Landtagswahlkampf gegangen ist.

Doch ab sofort geht der politische Ernst auch für die Saar AfD los: Mit nur drei Abgeordneten wird die Oppositionspartei es nicht leicht haben, sich gegen die ebenfalls in die Opposition gehende, mehr als doppelt so starke Linkspartei zu profilieren. Ob die AfD im Saarland eine feste Größe wird, wird maßgeblich davon abhängen, wie erfolgreich sie ihre politische Arbeit wird kommunizieren können.

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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit November 2016 gehört er der Redaktion von SAAR DEPESCHE an.

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