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Aufstieg zur Bundestagsvizepräsidentin?

Milde und Vernunft: Mariana Harder-Kühnel (AfD) mit Chancen

Donnerstag, 08 November 2018 09:42 geschrieben von 
Mariana Harder-Kühnel, MdB/AfD Mariana Harder-Kühnel, MdB/AfD Quelle: HESSEN DEPESCHE

Berlin - Nachdem die anderen Parteien den im Schwalm-Eder-Kreis beheimateten AfD-Abgeordneten Albrecht Glaser bislang als Bundestagsvizepräsidenten abgelehnt haben, unternimmt die Bundestagsfraktion der Rechtspartei nun einen erneuten Anlauf, das ihr zustehende Amt mit einem ihrer Parlamentarier zu besetzen.

Auf einen Hessen folgt eine Hessin

Abermals soll es ein Hesse werden - genauer gesagt eine Hessin. Die profilierte Juristin Mariana Harder-Kühnel (Jahrgang 1974) mit beruflichen Stationen bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in Frankfurt und bei der Kanzlei Frenzel & Coll hat sich innerparteilich durch ihre ruhige, sachliche Art und ihre gute Arbeit im Familienausschuss des Bundestages einen Namen gemacht. In ihren Reden im Bundestag zeigt sich das Profil von Harder-Kühnel: Sie vertritt eisern das Programm der Partei, leistet sich keine Ausflüge nach links oder rechts und verbindet diese inhaltliche Geradlinigkeit mit einem freundlichen Auftreten.

Wahlchancen unklar

Wird die AfD nun also den ihr als stärkster Oppositionskraft gebührenden Platz des Bundestagsvizepräsident einnehmen können? In der aktuell aufgeheizten Stimmung um eine mögliche VS-Beobachtung der AfD erscheint es weiter wenig wahrscheinlich, dass die etablierten Parteien über ihren Schatten springen und die parlamentarischen Gepflogenheiten nun auch auf die AfD anwenden. Wahrscheinlicher erscheint, dass Harder-Kühnel nun gründlich durchleuchtet wird und anschließend ihre Kritik am politischen Islam, an der Frühsexualisierung von Kindern oder ihre Euro-Kritik als Grund präsentiert werden, warum sie unwählbar sei. Einen noch gemäßigteren und charakterlich geeigneteren Kandidaten wird die AfD-Bundestagsfraktion allerdings wohl kaum präsentieren können.

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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit November 2016 gehört er der Redaktion von SAAR DEPESCHE an.

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