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Beschwichtigt Roger Lewentz (SPD)?

Raum Koblenz: Drastischer Anstieg versuchter Tötungsdelikte, viele Messer-Delikte

Mittwoch, 02 August 2017 17:22 geschrieben von 
Raum Koblenz: Drastischer Anstieg versuchter Tötungsdelikte, viele Messer-Delikte Bildquelle: PIXABAY.COM

Koblenz - Im Jahr 2016 kam es zu einem deutlichen Anstieg der Gewaltdelikte im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Koblenz. Das hat eine kleine Anfrage der AfD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag ergeben.

Demnach haben vor allem die versuchten Totschlag- und Morddelikte zwischen 2013 und 2016 erheblich zugenommen. Zählte die Polizei 2013 hiervon lediglich 11 Delikte, waren es 2016 schon 29. Die Zahl der vollendeten Tötungsdelikte kletterte weniger signifikant von 7 auf 10. Weitestgehend stabil blieb die Zahl der Körperverletzungsdelikte, wobei hier in der Antwort des von Roger Lewentz (SPD) geführten Landesinnenministeriums nicht zwischen einfachen, gefährlichen und schweren Körperverletzungen unterschieden wurde.

Sank die Zahl der Körperverletzungen noch von 1708 im Jahr 2013 auf 1614 im Jahr 2015, musste 2016 mit 1792 Delikten auch hier ein Anstieg von 11 Prozent verzeichnet werden. Besonderes Augenmerk legte der Koblenzer Landtagsabgeordnete Joachim Paul (AfD) in seiner Anfrage auf die Verwendung von Stichwaffen als Tatwaffe. In der Begründung der kleinen Anfrage hieß es, in Sicherheitskreisen würde von einer angeblichen Auffälligkeit diesbezüglich gesprochen.

Viel mehr Stichwaffen-Delikte

Diese Spekulationen scheinen zu stimmen: 2013 wurde bei versuchten Tötungsdelikten gerade zweimal ein Messer eingesetzt, wohingegen es 2016 schon sechzehnmal vorkam. Auch bei Körperverletzungen stieg die Zahl von 43 Stichwaffen-Delikten im Jahr 2013 auf 77 im Jahr 2016. Auch die Zahl der Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Stichwaffen stieg von 266 auf 417.

Um ihre Polizisten zu schützen setzt die rheinland-pfälzische Landesregierung auf Unterziehschutzwesten, mit denen die Polizeibeamten im Wechselschichtdienst ausgestattet sind. Diese sollen eine stichhemmende Wirkung entfalten. In der Polizeiinspektion Trier wird zudem aktuell ein Pilotversuch mit „Distanz-Elektro-Impulsgeräten“ – so genannten Tasern – durchgeführt. Diese nicht-tödlichen Waffen machen Straftäter kampfunfähig und sind in vielen anderen Staaten bereits erfolgreich im Einsatz. Ob dies auch in Rheinland-Pfalz geschehen wird, hängt vom Ergebnis des Pilotversuchs ab.

AfD fordert besser Ausrüstung der Polizei

Joachim Paul (AfD) erklärte dazu: „Die jüngsten Entwicklungen von Gewalttaten in Koblenz sind besorgniserregend. Offenkundig sind Messerstechereien längst keine Ausnahmen mehr. Koblenz droht in naher Zukunft zu einem Brennpunkt der Gewalt zu werden. Die Hintergründe dieser Entwicklung müssen genau untersucht werden. Unsere Landtagsfraktion beklagt seit längerer Zeit, dass die Landesregierung ihre Politik nicht den neuen Herausforderungen anpasst und unsere Polizei nicht entsprechend ausstattet.“

Letzte Änderung am Mittwoch, 02 August 2017 17:26
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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit November 2016 gehört er der Redaktion von SAAR DEPESCHE an.

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