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Die Welt ordnet sich neu

Theresa May und Donald Trump geben Europas Agenda vor

Montag, 30 Januar 2017 16:15 geschrieben von 
Theresa May | Donald Trump Theresa May | Donald Trump Quelle: Theresa May - de.wikipedia.org | UK Home Office | CC BY 2.0 | Donald Trump - Gemeinfrei

Berlin - Durchaus mit Erfolg versuchen sich Angela Merkel und das deutsche politische Establishment als Retter und Wahrer der westlichen Werte zu profilieren. Weite Teile der Medien spielen da mit. Mit kritischen Äußerungen positionieren sie sich gegen den neuen US-Präsidenten Donald Trump.

Das Vereinigte Königreich mit Theresa May hingegen erkennt die politische Realität. Bei dem ersten Treffen im Weißen Haus betonen beide, Trump und May, das besondere Verhältnis zwischen den beiden Staaten USA und dem Vereinigten Königreich. Die britische Premierministerin May überreicht als erster Staatsgast Trumps auch einen Einladung der Königin, die eben auch diese besondere Beziehung beider Staaten unterstreichen sollte. 

May hat bereits die Seiten gewechselt und ihre Position gegenüber der Europäischen Union im Brexit-Verfahren gestärkt. Gegenüber Wladimir Putin rät May zwar zur Vorsicht, lässt aber einen Deal mit Putin offen. 

Geschickt erklärt May an dem NATO-Bündnis festzuhalten und verweist auf die 4000 stationierten britischen NATO-Soldaten in Polen und Estland. Großbritannien hat damit eine gewisse Führungsrolle in der NATO übernommen. Die Staaten Osteuropas fühlen sich seit der Ukraine-Krise von Russland bedroht und dürften über diese Truppenentsendung Großbritanniens erfreut sein - ein Zeichen Großbritanniens, dass das Vereinige Königreich trotz Brexit zu den NATO-Verbündeten in Osteuropa steht. 

Deutschland scheint sich weltpolitisch und auch in der Europäischen Union immer mehr zu isolieren. Der deutsche Alleingang in der Flüchtlingspolitik verschreckte viele europäische Mitgliedsstaaten. Europäische Identitätskrise, wirtschaftliche und währungspolitische Probleme der EU und das Demokratiedefizit in dem EU-Konstrukt, verschärfen das Auseinandertriften der Mitgliedsstaaten der EU. Angelastet wird dieses Auseinanderdriften im Wesentlichen den Deutschen, mit Angela Merkel an der Spitze. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat Brüssel schon verlassen. Dort scheinen keine Lorbeeren mehr zu ernten. Die Probleme sind aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. So starrt jetzt die Welt auf Donald Trump, der das umsetzt, was er versprochen hat. 

Die einen sehen in Trump den großen Retter und die anderen verteufeln ihn. Die Welt ordnet sich neu.

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Josef Mühlbauer

Dipl. Kfm. Josef Mühlbauer, München

Vita: Nach dem Abitur folgte ein Studium der Wirtschaftswissenschaft und der Rechtswissenschaft  an der Uni München. Mit dem Abschluss Diplom Kaufmann und in Jura dem ersten und zweiten Staatsexamen mit Referendars-Ausbildung hat er seine Universitätszeit abgeschlossen. Danach war Josef Mühlbauer als Vorstandsassistent und dann Leiter Recht und Finanzen in einer großen Aktiengesellschaft tätig.

Dem folgte eine Zeit als freiberuflicher Rechtsanwalt und freier Unternehmensberater in einer Beratungsfirma. Später war Josef Mühlbauer für größere Firmen zuständig.

Zuletzt engagierte er sich im gemeinnützigen Bereich im Rahmen politischer Bildung und gilt als ausgewiesener Spezialist insbesondere für Parteienforschung und Parteienfinanzierung.

Webseite: www.saar-depesche.de/show/author/50-josef-mühlbauer.html

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