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Deutscher Bundestag

Uwe Schulz (AfD) hat die „Industrielle Revolution 4.0“ als Thema erkannt

Dienstag, 20 Februar 2018 14:20 geschrieben von 
Uwe Schulz, MdB/AfD Uwe Schulz, MdB/AfD Quelle: Uwe Schulz

Berlin - Manch einer wartet bereits darauf, dass sich die AfD, nun da sie im Bundestag und 14 Landesparlamenten sitzt, langsam aber sicher im Politbetrieb einnistet und die unschönen Gepflogenheiten selbst übernimmt, die sie seit ihrer Gründung bei den anderen Parteien in populistischer Manier anprangert.

Ein Blick auf die hessischen Bundestagsabgeordneten der Partei zeigt jedenfalls, dass der „Regionalproporz“, wie er in anderen Parteien gepflegt wird, in der AfD noch nicht angekommen ist. Gleich zwei der sechs hessischen AfD-MdB stammen nämlich aus Gießen: Joana Cotar und Uwe Schulz.

Eine berufliche und dann eine politische Blitzkarriere

Uwe Schulz, der gebürtige Gießener mit dem roten politischen Ikarus als Namensvetter, ist in Pohlheim aufgewachsen. Sein Jura-Studium brach er ab – und erlebte einen kometenhaften Aufstieg bei Avis, der Lufthansa, Ikea und letztlich vor allem der Telekom, bei der er am Ende sogar für das Europageschäft zuständig war. Nach einem kurzen Intermezzo bei der CDU landete Schulz schließlich bereits 2013 bei den Blauen und wiederholte seine berufliche Blitzkarriere auf dem politischen Parkett.

Schwerpunkt: „Industrie 4.0“

Der Telekommunikationsspezialist hat sich im Bundestag ein Schwerpunktthema gesetzt, nämlich die Digitalisierung und die „Industrie 4.0“. Konsequenterweise ist er Mitglied im Ausschuss „Digitale Agenda“. Seine ersten Sporen im Bundestag verdiente er sich am 18.01. in einem Redebeitrag zur Digitalisierung der Landwirtschaft. Ganz ohne das Thema Zuwanderung geht es aber auch bei ihm nicht: Die Sorge, dass die wenig gebildeten Zuwanderer der letzten Jahre künftig erst recht keine Arbeit mehr finden könnten, bereitet Schulz nämlich – anders als seinem roten Pendant – schlaflose Nächte.

18 Millionen Arbeitsplätze in Gefahr?

Und nicht Zuwanderer könnten Probleme auf dem Arbeitsmarkt bekommen: Laut einer Berechnung der Volkswirte der ING-Diba sollen langfristig 18 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland durch Maschinen und Software ersetzt werden, was mehr als die Hälfte aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ausmachen würde. Ein Patentrezept wird Schulz für dieses Problem wahrscheinlich ebenso wenig parat haben, wie die an wenigen Fingern abzählbaren Bundestagsabgeordneten der anderen Parteien, die sich ebenfalls intensiv dieser Problemstellung angenommen haben. Dass die sozialen und arbeitsmarktpolitischen Auswirkungen der Robotisierung und Digitalisierung bislang so wenig Raum im politischen Diskurs eingenommen haben, könnte sich noch als schwerer Fehler erweisen.

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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit November 2016 gehört er der Redaktion von SAAR DEPESCHE an.

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