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Ford Werk Saarlouis: Streikandrohung nach angekündigtem Stellenabbau

Mittwoch, 12 Dezember 2018 11:29 geschrieben von 
Ford Werk Saarlouis: Streikandrohung nach angekündigtem Stellenabbau Quelle: SAAR DEPESCHE

Saarlouis - Ford plant am zweitgrößten Produktionsstandort in Deutschland einen drastischen Stellenabbau: Bis zu jeder vierte Arbeitsplatz soll wegfallen, 1600 der 6300 Arbeitsplätze am Standort sind gefährdet. Für Saarlouis wäre dies ein schwerer Schlag - die Stadt mit rund 35.000 Einwohnern hängt an ihrem größten Arbeitgeber.

Ford will in Saarlouis produzierten C-Max 2019 einstellen

Der hat jedoch in den ersten drei Quartalen von 2018 Verlust eingefahren und will nun den Kompaktvan C-Max im Laufe des kommenden Jahres einstellen. Da dieser in Saarlouis gebaut wird, könnte eine der drei Schichten eingespart werden. Für Oskar Lafontaine, Fraktionschef der Linken im Saarland, sind die bislang noch nicht spruchreifen Überlegungen von Ford ein Skandal. Das Land habe große Anstrengungen unternommen, um Ford in Hinblick auf das Werk in Saarlouis entgegen zu kommen. Nun müssten abermals die Schwächsten, die 500 im Werk tätigen Leiharbeiter, als erste den Hut nehmen. Auch der Betriebsrat sieht einen "klaren Vertragsbruch" und droht mit Streiks.

AfD sieht die Politik in der Pflicht: Landesregierung soll unverzüglich mit Ford verhandeln

Die AfD-Fraktion im Landtag sieht den Schwarzen Peter weniger bei Ford, sondern eher bei der Politik. Stellenabbau in Deutschland sei die Folge einer autofeindlichen Haltung und autofeindlichen Politik. Gespräche mit Ford seien nicht gesucht worden, die Landesregierung müsse nun sofort mit Ford in Verhandlungen treten, um den "vollen Erhalt" des Werks in Saarlouis sicherzustellen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Trump schützt amerikanische Arbeitsplätze, wer schützt die deutschen?

Ob der Stellenabbau jedoch noch zu verhindern sein wird, ist höchst fraglich. Ford plant ein weltweites Sparprogramm, das 14 Milliarden Dollar Kosten reduzieren soll. Im Zweifel wird der Weltkonzern jedenfalls eher in Saarlouis ein Werk schließen, als in den USA, wo Donald Trump im Rahmen seiner "America First"-Politik mit Argusaugen über die Arbeitsplätze seiner Amerikaner wacht und bei Stellenabbau - wie jüngst durch Ford-Konkurrent General Motors - mit aller Härte reagiert. Einen Schutzherrn wie ihn haben die Mitarbeiter der Automobilindustrie in Deutschland jedenfalls nicht an ihrer Seite.

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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit November 2016 gehört er der Redaktion von SAAR DEPESCHE an.

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