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Eigentumswohnungen binnen eines Jahres um 12,5 Prozent teurer geworden

Frankfurt: Postbank Wohnatlas 2018 sieht Chance für Pendler

Mittwoch, 18 Juli 2018 13:55 geschrieben von 
Frankfurt am Main boomt Frankfurt am Main boomt Quelle: HESSEN DEPESCHE

Frankfurt am Main - Seit langem wird kontrovers diskutiert, ob es in den deutschen Metropolen bei den Immobilienpreisen nun eine Blasenbildung gibt oder nicht. Nun zeigen die Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp), die die Zeitschrift „Finanztest“ ausgewertet hat, dass zwischen Ende 2016 und Ende 2017 die Preise von Eigentumswohnungen in vielen Metropolen um zweistellige Prozentsätze gestiegen sind.

Frankfurt mit dem zweithöchsten Preisanstieg im Bundesgebiet

Frankfurt am Main liegt mit einem Preisanstieg von 12,5 Prozent auf Platz zwei hinter Berlin (15,6 Prozent Preisanstieg) und vor Hamburg (11,4 Prozent Preisanstieg). Dass es sich trotz der enormen Preisanstiege nicht zwangsläufig um eine Blasenbildung handeln muss, zeigen die Gründe, die Experten für die Entwicklung anführen: Zum einen wären da die niedrigen Zinsen, die auf der einen Seite den Kauf von Immobilien im Vergleich zum Wohnen zur Miete attraktiver machen und auf der anderen Seite Wohlhabende dazu animieren, auf der Suche nach einer attraktiven Geldanlage im Immobiliensegment aktiv zu werden. Zum anderen ist aber auch die positive Arbeitsmarktlage zu nennen, die die Deutschen in Kauflaune versetzt.

Postbank Wohnatlas 2018 zeigt: Pendeln kann sich lohnen

Die enormen Preisanstiege in Metropolen führen derweil auch zu einer Belebung der umliegenden (Klein-)Städte: Die 4500 Euro pro Quadratmeter, die man in Frankfurt auf den Tisch liegen muss, werden laut Postbank in umliegenden Städten wie Offenbach, Hanau oder in kleineren Städten wie Kelsterbach, Raunheim und Rüsselsheim um mindestens 1400 € unterboten. Im Postbank Wohnatlas 2018 können Bürger, die vor der Entscheidung stehen, ob sie nun direkt in einer Metropole kaufen oder ins Umland ziehen, sich anzeigen lassen, wie lange der Preisvorteil gegenüber den Mehrkosten für das Pendeln überwiegt. Für die meisten Städte im Umkreis von Frankfurt soll der Kostenvorteil beim Pendeln mit öffentlichen Verkehrsmitteln für etwa 20 Jahre überwiegen, mit dem Auto sind es meist einige Jahre weniger. Klar ist, dass dies aber nur Näherungswerte sind, denn auch viele Großstadtbewohner müssen fürs innerstädtische Pendeln mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto tief in die Tasche greifen. Auch ist die weitere Preisentwicklung für die einmal gekaufte Immobilie in Frankfurt selbst oder im Umland noch völlig ungewiss.

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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit November 2016 gehört er der Redaktion von SAAR DEPESCHE an.

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