saar-depesche.de

Freigegeben in Wirtschaft

Mitarbeiter starten Petition und bitten um Hilfe

Mieses Spiel um Air Berlin?

Dienstag, 24 Oktober 2017 22:21 geschrieben von  Jörg Pollert
Mieses Spiel um Air Berlin? Quelle: pixabay.com

Berlin - Während es bei dem Ringen um eine Transfergesellschaft für bis zu 4.500 Beschäftigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin noch keinen Durchbruch gibt, starten die Mitarbeiter eine Petition und bitte um Unterstützung. Sie vertreten die Ansicht, dass vielmehr ein Betriebsübergang nach §631a BGB vorliegt und die sich daraus für die Mitarbeiter ergebenden Rechte durch die Transfergesellschaft umgangen werden sollen. Über 5.000 Unterschriften konnten so im Laufe eines Tages bereits gesammelt werden und dies ist sicher nur der Anfang. Die Petition mit folgendem Inhalt findet sich auf dem Verbraucherportal Help24 unter der Adresse http://help24.de/petition/

Am 15.08.2017 hat die airberlin einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahren gestellt. Für viele Mitarbeiter ist die Situation um den eigenen Arbeitsplatz immer noch ungewiss, teilweise wurden bereits Kündigungen ausgesprochen. Der Verlust ALLER Arbeitsplätze droht! Unterstützen Sie die Mitarbeiter:

  • ihren Arbeitsplatz und Tarifvertrag zu erhalten
  • sich faire Arbeitsbedingungen weiterhin zu sichern
  • ggf. eine faire Übergangsregelung zu erlangen
  • nicht arbeitslos zu werden

Es besteht öffentliches Interesse! Denn die Gefahr besteht, dass tausende Arbeitsplätze verloren oder ins Ausland gehen, wodurch auch die Staatskasse spürbar belastet wird und hart erkämpfte Tarifverträge umgangen werden.

Mitarbeiter mit Herz

Die Mitarbeiter der airberlin haben jahrelang ihr Herz für jeden Passagier, ihre Airline und ihr Team gegeben. Wenn die Start- und Landerechte sowie Maschinen auf den Erwerber übergehen, darf der Mensch nicht auf der Strecke bleiben. Deshalb wird folgendes gefordert:

Prüfung eines Betriebsübergangs

Der Betriebsübergang gemäß Par. 613 a BGB muss kritisch geprüft werden! Denn wenn die Start- und Landerechte und mit den Maschinen eng verbundene Mitarbeiter auf den Erwerber übergehen, sind das mehr als bloße Indizien für einen Betriebsübergang. Dann sind mögliche und bereits in diesem Zusammenhang ausgesprochene Kündigungen wohl unrechtmäßig, da ein Arbeitsverhältnis mit dem Erwerber weiterhin – zu gleichen Arbeitsbedingungen (!) – bestehen würde. Auch bestehen mit Betriebsübergang andere Verträge wohl fort, wie z.B. wichtiger Mietvertrag BER Flughafen, Verträge mit Dienstleistern, etc. Die Konsequenzen sind weitreichend!

Erhalten Sie deutsche Arbeitsplätze

Kein Personal darf „ausgesiebt“ werden! Die Mitarbeiter sollen sich nicht neu auf die Stelle bewerben müssen! Arbeitsplätze dürfen nicht ins Ausland, wie z. B. nach Österreich (Eurowings), gehen und das ohne Tarifvertrag! Wertvoll erstrittene Tarifverträge dürfen nicht umgangen werden, sondern müssen stattdessen besser erhalten bleiben.

Erhalten Sie Arbeitsverträge

Unterstützen Sie den Erhalt der Arbeitsverträge und -bedingungen. Denn airberlin-Mitarbeiter flogen bereits für andere Fluggesellschaften, da Flugzeuge samt Crew und Wartung geleast wurden. (Wetlease-Verfahren). Warum sollten sich diese dann zu neuen, schlechteren Konditionen, wie z. B. ohne Tarifvertrag, ohne Recht auf Teilzeit (wichtig für Familien!) und bis zu 50 Prozent weniger Gehalt (!), bewerben?

Transparenz bei der Transfergesellschaft

Warum sollen sich tausende Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft überführen lassen und dort eine neue Tätigkeit finden? Denn damit würden wertvolle Rechte der Mitarbeiter verloren gehen! Sind es die Erwerber der airberlin, die davon am meisten profitieren? Denn wenn diese bereits airberlin-Maschinen und Flugstrecken besitzen, wird auch Personal dafür benötigt. Soll so rechtlich ein Betriebsübergang vermieden werden? Wir fordern Sie auf, schaffen Sie mehr Transparenz!

Entschädigung für verfallene Flugtickets

Hiervon können bis zu 200.000 Flugtickets und mehr betroffen sein, die ihre Gültigkeit verloren haben. Prüfen Sie die Rechtmäßigkeit und zahlen Sie eine rechtsgültige Entschädigung.

Existenzängste beseitigen

Unter den Mitarbeitern herrschen Existenzängste gefolgt von schlaflosen Nächten! Denn was ist, wenn die Insolvenzmasse nach Eröffnung einer Insolvenz nicht ausreicht, um die Gehälter innerhalb der Kündigungsfrist zu bezahlen? Schaffen Sie deshalb Sicherheit und Klarheit für die Belegschaft.

Unterstützen Sie moralisch!

Viele Passagiere waren regelrecht Fans von airberlin und ihrem Personal. Zeigen Sie mit Ihrer Unterschrift Ihre Unterstützung und Anteilnahme.

Artikel bewerten
(1 Stimme)
Schlagwörter:

TEAM