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Fintech Germany Awards

Wie lange bleiben Simon Brunke und Björn Maronde mit Exporo noch in der Erfolgsspur?

Mittwoch, 25 Juli 2018 15:07 geschrieben von 

Hamburg – Crowdinvesting ist auch im Saarland zur Mode geworden. Längst investieren Kleinanleger zwischen Kirkel und Saarbrücken auch in die Immobilienpartnerschaften der in Hamburg ansässigen Exporo Gruppe. Die von Simon Brunke und Dr. Björn Maronde offenbar solide geführte Exporo AG ist kürzlich mit einem Sonderpreis bei den Fintech Germany Awards in Frankfurt am Main ausgezeichnet worden. Verliehen wurden die Preise bereits zum vierten Mal von den Business Angels FrankfurtRheinMain, Frankfurt Main Finance, TechFluence sowie der WM Gruppe. Exporo erhielt die Auszeichnung für den Gründergeist und die innovative Geschäftsidee des jungen Unternehmens.

Ziel der Fintech Germany Awards ist es, vielversprechende Start-Up-Unternehmen und den FinTech-Standort Deutschland voranzubringen. Sponsoren der Awards sind renommierte Unternehmen wie die R+V Versicherung, das Bankhaus B. Metzler, die Anwaltskanzlei Baker McKenzie, die Beratungsgesellschaft Ernst & Young, die deutsch-französische Bankgruppe Oddo BHF, die Beteiligungsgesellschaft Helaba Digital, die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WI Bank) und die Managementberatung Oliver Wyman.

Bereits zuvor hatte die Exporo AG mit 5,0 von 5,0 Punkten den ersten Platz der BankingCheck & eKomiAwards in der Kategorie Crowdinvesting-Plattformgewonnen. Dr. Björn Maronde, Mitgründer und Vorstand des Unternehmens, nahm den Preis in Berlin entgegen. Am Rande der Veranstaltung erklärte er: „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung als beste Crowdinvesting-Plattform, denn sie würdigt die tägliche Arbeit des ganzen Teams. Die hier prämierte große Zufriedenheit unserer Kunden spornt uns dabei an, jeden Tag alles zu geben und unser erfolgreiches Geschäftsmodell kontinuierlich weiterzuentwickeln.“ Die Kunden von BankingCheck und eKomi, zwei anerkannten Bewertungsportalen, hatten vom 1. Januar bis 30. April 2018 über ihre Favoriten in 65 Anbieter- und 14 Produktkategorien abgestimmt.

Für die Exporo AG bedeuten die Auszeichnungen in Frankfurt und Berlin einen weiteren Schritt nach vorn. Das Unternehmen wurde 2014 von Simon Brunke, Dr. Björn Maronde, Julian Oertzen und Tim Büteckegegründet und hat seine Angebotspalette seitdem stetig erweitert. Es gehört zu jenen jungen Firmen, die in der sogenannten FinTech-Branche tätig sind. Hinter diesem Sammelbegriff – Financial Technologies – verbergen sich diverse technologisch hochentwickelte Finanzinstrumente, -dienstleistungen und -intermediäre. Im Alltagsgebrauch werden mit diesem Terminus zumeist diejenigen Unternehmen bezeichnet, die digitale beziehungsweise technologische Finanzinnovationen anbieten. Nach Angeben des Bundesfinanzministeriums existieren in Deutschland derzeit um die 400 solcher FinTechs – die Exporo AG ist eines von ihnen.

Exporo gilt heute als führende Online-Plattform für digitale Immobilieninvestments in Deutschland. Seit der Gründung vor vier Jahren wurden von dem Hamburger Start-up mit seinen nunmehr über 90 Mitarbeitern 117 Immobilienprojekte aus nahezu allen Assetklassen mitfinanziert. Nach Angaben des Unternehmens vermittelte man so 195 Millionen Euro Kapital. Bereits über 53 Millionen Euro sollen bisher an die mehr als 14.000 Anleger zurückgeflossen sein.

Seit Dezember 2017 verfügt Exporo über eine von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erteilte Lizenz nach § 32 des Kreditwesengesetzes (KWG) – und kann seitdem über die Exporo InvestmentGmbH unter Leitung von Dr. Knut Riesmeier Immobilien in Wertpapierform vermitteln. Mit der KWG-Lizenz hat man das Kleinanlegerschutzgesetz hinter sich gelassen und die Etablierung digitaler Immobilieninvestments auf dem regulierten Markt vorangetrieben.

Das Geschäftsmodell ist vor allem für Kleinanlegerinteressant, die schon ab einer Summe von 500 Euro in professionelle Immobilien der eigenen Wahl investieren und sich so ein eigenes Portfolio aufbauen können. Dabei werden Renditen von bis zu sechs Prozent jährlich in Aussicht gestellt. Mikroinvestoren können sich so einen Markt erschließen, der bislang meist privaten und institutionellen Großanlegern vorbehalten war. Der Plattformbetreiber verspricht, dass die Investitionsbeträge zweckgebunden sind und zu 100 Prozent den ausgewählten Immobilien zugutekommen.

Das Besondere an dem Modell ist, dass es per Crowdinvesting funktioniert. Diese Form der Akquise von Kapital ist vom Internet-Crowdfunding inspiriert: Mehrere Anleger tun sich zusammen, um nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ Zutritt zu einem hart umkämpften, weil höchst renditeträchtigen Markt zu bekommen. Das so eingeworbene Kapital stellt Exporo dann Immobilien-Projektentwicklern zur Verfügung. Dabei wird ein Finanzierungsvolumen von 500.000 bis 10 Millionen Euro, die Prüfung und Finanzierungszusage innerhalb einer Woche, eine hochmoderne Form der Mezzanine- und Fremdkapitalfinanzierung, die Auszahlung des Investitionsbetrages innerhalb von zwei Wochen und eine hohe Marketing-Reichweite zugesichert.

Während einer Crowdinvesting-Aktion bekommt Exporo vom jeweiligen Projektentwickler eine Vergütung gezahlt, um die laufenden Kosten für den Kundenservice, den technischen Plattformbetrieb und Marketingmaßnahmen zu begleichen. Auch die Transaktionskosten für die Überweisungen der Investments trägt der Projektentwickler. Zu jedem einzelnen Immobilienprojekt findet der Anleger auf der Internetseite von Exporo eine Übersicht mit allen maßgeblichen Informationen zu Laufzeiten und Renditen sowie dem Stand der baulichen Maßnahmen.

Aktuell haben die aufstrebenden Immobilien-Schwarmfinanzierer aus Hamburg, die sich selbst als „Demokratisierer des Immobilienmarkts“ verstehen,angekündigt, demnächst auch Crowdlending anzubieten. Das bedeutet, dass dann auch Darlehenüber eine Internet-Plattform zwischen einem Kunden, dem Darlehensnehmer und einem Kreditinstitut, dem Darlehensgeber, vermittelt werden können.

Das darlehensgebende Kreditinstitut verkauft den Rückzahlungsanspruch aus dem Kreditvertrag durch Forderungskaufverträge an einzelne Anleger weiter und tritt damit die Forderungen ab. Die Teilforderungen des Rückzahlungsanspruchs aus dem Darlehensvertrag werden unter Einschaltung der Plattform Anlegern öffentlich angeboten. Die Exporo AG sagt zu, die Darlehen ausschließlich über ihre Partnerbanken zur Verfügung zu stellen und diese dann in Echtzeit abzukaufen.

Mit diesen „Schwarm-Darlehen“ will Exporo die nächste Stufe des E-Commerce im FinTech-Spektrum zünden. Das junge Team um Dr. Björn Maronde und Simon Brunke könntehier bald neue Maßstäbe setzenDas gilt auch für ihr innovatives Immobilien-Investment-Modell. Herkömmliche Fonds in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG sind derzeit aufgrund rechtlicher Veränderungen schließlich kaum noch marktfähig.

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Angela Prokoph-Schmitt

Angela Prokoph-Schmitt (Jahrgang 1968) ist eine leidenschaftliche Demokratin und im südhessischen Darmstadt aufgewachsen.

Sie ist Mitglied der CSU (Bayern) und der CDU (Hessen). Seit Juni 2017 führt sie auch die Redaktion von SAAR DEPESCHE.

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